top of page

Arten von Solaranlagen: Was passt zu deinem Zuhause?

17. Juni
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Juli

Solaranlage ist nicht gleich Solaranlage. Je nach Dach, Gebäude, Optik und Energieziel gibt es verschiedene Möglichkeiten, Photovoltaik zu installieren. Die bekanntesten Varianten sind Aufdach-Anlagen, Indach-Anlagen, Flachdach-Anlagen und Fassadenanlagen.


Welche Lösung zu deinem Zuhause passt, hängt nicht nur vom Geschmack ab. Entscheidend sind Dachform, Zustand des Dachs, Ausrichtung, Statik, Verschattung, Budget und die Frage, wie das Gebäude heute und in Zukunft Energie nutzen soll.


Wir erklären die wichtigsten Arten von Solaranlagen einfach und zeigen dir, worauf du vor der Entscheidung achten solltest.


  1. Aufdach-Solaranlage

Die Aufdach-Solaranlage ist die klassische Lösung für Schrägdächer. Die PV-Module werden auf das bestehende Dach montiert. Das Dach bleibt darunter erhalten, die Module sitzen auf einer Unterkonstruktion darüber.


Diese Variante ist besonders verbreitet, weil sie für viele bestehende Gebäude geeignet ist. Wenn das Dach in gutem Zustand ist, lässt sich eine Aufdachanlage oft effizient planen und umsetzen.


Aufdach-Solaranlage mit PV-Modulen auf einem bestehenden Ziegeldach

Vorteile:

  • bewährte Technik

  • oft gute Wirtschaftlichkeit

  • für viele Schrägdächer geeignet

  • bestehende Dacheindeckung bleibt erhalten

  • meist gut zugänglich für Service und Austausch


Zu beachten:

Die Optik ist technischer als bei einer Indachanlage. Ausserdem sollte das Dach in gutem Zustand sein. Wenn in wenigen Jahren eine Dachsanierung ansteht, sollte man Photovoltaik und Dachsanierung zusammen denken.


Für wen geeignet?

Für viele Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Landwirtschaftsbetriebe und Gewerbegebäude mit stabilem Schrägdach.


  1. Indach-Solaranlage

Bei einer Indach-Solaranlage werden die Solarmodule direkt in die Dachfläche integriert. Sie ersetzen einen Teil der Dacheindeckung und werden damit Bestandteil der Gebäudehülle.

Das wirkt besonders elegant und ruhig, weil die Solaranlage nicht oben auf dem Dach sitzt, sondern ins Dachbild integriert ist.


Indach-Solaranlage mit integrierten Solarmodulen als Teil der Dachfläche

Vorteile:

  • sehr schöne, integrierte Optik

  • besonders interessant bei Neubauten oder Dachsanierungen

  • Solarmodule übernehmen eine Funktion der Gebäudehülle

  • ruhiges Gesamtbild


Zu beachten:

Indach-Anlagen brauchen eine sehr sorgfältige Planung und Ausführung. Themen wie Dichtigkeit, Hinterlüftung, Brandschutz, Schneelast und Details an Übergängen sind besonders wichtig. Zudem ist die Lösung oft anspruchsvoller als eine klassische Aufdachanlage.


Für wen geeignet?

Für Neubauten, Dachsanierungen und Gebäude, bei denen Design und Integration besonders wichtig sind.


  1. Flachdach-Solaranlage

Bei einer Flachdachanlage werden die Solarmodule auf einem Flachdach montiert. Meist werden sie leicht aufgeständert, damit sie besser zur Sonne ausgerichtet sind. Häufig erfolgt die Montage ohne direkte Dachdurchdringung, je nach System und Dachaufbau.


Flachdächer bieten oft viel nutzbare Fläche. Deshalb sind sie besonders spannend für Gewerbegebäude, Mehrfamilienhäuser, Schulen, öffentliche Gebäude und moderne Wohnbauten.


Flachdach-Solaranlage mit aufgeständerten PV-Modulen auf einem modernen Gebäude

Vorteile:

  • gute Nutzung grosser Dachflächen

  • Ausrichtung und Neigung können optimiert werden

  • ideal für viele Gewerbe- und Mehrfamilienhäuser

  • oft gut kombinierbar mit Dachbegrünung


Zu beachten:

Windlast, Ballastierung, Dachabdichtung und Entwässerung müssen sauber geplant werden. Auch Wartungswege und Zugänglichkeit sind wichtig.


Für wen geeignet?

Für Gebäude mit Flachdach, besonders wenn viel Fläche vorhanden ist und der Eigenverbrauch im Gebäude hoch ist.


  1. Fassaden-Solaranlage

Eine Fassaden-Solaranlage nutzt die Gebäudehülle zur Stromproduktion. Die Module werden an der Fassade montiert oder in die Fassade integriert. Das kann technisch und architektonisch sehr spannend sein.


Fassadenanlagen produzieren oft anders über das Jahr verteilt als klassische Dachanlagen. Je nach Ausrichtung können sie besonders im Winter interessant sein, wenn die Sonne tiefer steht.


Fassaden-Solaranlage mit vertikal montierten Solarmodulen an einem Gebäude

Vorteile:

  • zusätzliche Fläche für Solarstrom

  • spannend bei wenig nutzbarer Dachfläche

  • architektonisch starke Lösung

  • kann Teil der Fassadengestaltung sein

  • interessant bei Neubauten und Sanierungen


Zu beachten:

Die Planung ist anspruchsvoller. Ausrichtung, Verschattung, Befestigung, Hinterlüftung, Brandschutz, Bewilligung und Gestaltung müssen genau geprüft werden.


Für wen geeignet?

Für Neubauten, Sanierungen, Gewerbegebäude, Mehrfamilienhäuser oder Projekte mit architektonischem Anspruch.


  1. Solarcarport und Speziallösungen

Neben Dach und Fassade gibt es weitere Möglichkeiten. Zum Beispiel Solarcarports, PV auf Nebengebäuden, Pergolen, Balkongeländer oder landwirtschaftlichen Gebäuden.

Solche Lösungen sind besonders spannend, wenn das Hauptdach nicht ideal ist oder zusätzliche Fläche genutzt werden soll. Ein Solarcarport kann zum Beispiel Strom produzieren und gleichzeitig ein Auto schützen. In Kombination mit einer E-Ladestation entsteht ein praktisches Energiesystem für den Alltag.


Balkongeländer mit integrierten Solarmodulen zur Stromproduktion am Gebäude

Welche Solaranlage ist die beste?

Die beste Solaranlage ist die, die zum Gebäude passt. Eine Aufdachanlage ist oft die pragmatische und wirtschaftliche Lösung. Eine Indachanlage punktet bei Optik und Integration. Eine Flachdachanlage nutzt grosse Flächen effizient. Eine Fassadenanlage erschliesst zusätzliche Solarfläche und kann architektonisch überzeugen.

Darum gibt es keine pauschale Antwort. Entscheidend ist die Planung.


Bei clevergie schauen wir nicht nur aufs Dach. Wir schauen auf das ganze Energiesystem: Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe, E-Ladestation, Verbrauch und spätere Erweiterungen.


Checkliste: Das solltest du vor einer Solaranlage wissen

Bevor du dich für eine Anlagenart entscheidest, helfen diese Fragen:

  1. Wie ist das Dach ausgerichtet?

    Süd, Ost-West und teilweise auch andere Ausrichtungen können sinnvoll sein. Entscheidend ist, wann der Strom produziert und verbraucht wird.

  2. Wie ist der Zustand des Dachs?

    Wenn das Dach bald saniert werden muss, sollte die Solaranlage nicht isoliert geplant werden.

  3. Gibt es Verschattung?

    Kamine, Bäume, Nachbargebäude oder Dachaufbauten können den Ertrag beeinflussen.

  4. Wie viel Strom verbrauchst du?

    Der Stromverbrauch bestimmt mit, wie gross die Anlage sinnvollerweise sein sollte.

  5. Gibt es eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto?

    Beides erhöht den Strombedarf und kann die Photovoltaik besonders interessant machen.

  6. Soll ein Batteriespeicher integriert werden?

    Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, muss aber zur Anlage und zum Alltag passen.

  7. Wie wichtig ist die Optik?

    Wenn die Dachfläche gut sichtbar ist, können Indach, rahmenlose Module oder Glas-Glas-Module besonders spannend sein.

  8. Wie sieht es mit Service und Wartung aus?

    Eine gute Anlage sollte langfristig zugänglich, kontrollierbar und betreubar sein.

  9. Gibt es lokale Vorgaben oder Bewilligungen?

    Je nach Gemeinde, Gebäude und Projekt können Vorgaben gelten. Das sollte früh geprüft werden.

  10. Soll die Anlage später erweitert werden können?

    Wer heute schon an Speicher, Wärmepumpe oder E-Mobilität denkt, plant smarter.


Fazit: Nicht irgendeine Solaranlage, sondern die passende

Ob Aufdach, Indach, Flachdach oder Fassade: Jede Solaranlage hat ihre Stärken. Die richtige Lösung hängt vom Gebäude, vom Energieverbrauch und von deinen Zielen ab.

Eine gute Solaranlage beginnt deshalb nicht beim Modul, sondern bei der Beratung. Was passt zum Dach? Was passt zum Alltag? Was passt zur Zukunft?


Bei clevergie planen wir Solaranlagen so, dass sie nicht nur heute gut funktionieren, sondern langfristig Sinn machen. Klar, ehrlich und als Teil deines persönlichen Energiesystems.




Simon Zimmermann Kundenberater bei clevergie

Kein Callcenter.

Sondern Simon.

Kundenberater






Kommentare


bottom of page