top of page

Mit der Wärmepumpe kühlen: So bleibt dein Zuhause auch im Sommer angenehm

  • 25. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Aug.

Bei einer Wärmepumpe denken die meisten zuerst ans Heizen. Verständlich, schliesslich sorgt sie im Winter für angenehme Wärme und warmes Wasser. Was viele nicht wissen: Viele Wärmepumpen können im Sommer auch zum Kühlen des Gebäudes eingesetzt werden.

Damit wird die Wärmepumpe zum System für das ganze Jahr: warm im Winter, angenehm temperiert im Sommer. Wie das funktioniert, welche Rolle die Fussbodenheizung spielt und weshalb auch das verwendete Kältemittel immer wichtiger wird, erklären wir dir hier.


Kann man mit einer Wärmepumpe wirklich kühlen?

Ja, sofern die Wärmepumpe und das Heizsystem dafür ausgelegt sind. Grundsätzlich wird zwischen aktiver und passiver Kühlung unterschieden.


Aktive Kühlung: Die Wärmepumpe arbeitet rückwärts

Bei der aktiven Kühlung wird das Prinzip der Wärmepumpe vereinfacht gesagt umgekehrt. Statt Wärme aus der Umgebung ins Gebäude zu transportieren, wird den Innenräumen Wärme entzogen und nach draussen abgegeben.

Der Verdichter der Wärmepumpe ist dabei in Betrieb. Das Prinzip ähnelt deshalb dem einer Klimaanlage, die Wärme wird jedoch häufig über das bestehende Heizsystem aus den Räumen abgeführt.


Passive Kühlung: Besonders effizient mit Erdsonde

Besonders spannend ist die Kühlung bei Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonde.

Bei der sogenannten passiven Kühlung, häufig auch GeoCooling oder FreeCooling genannt, wird die vergleichsweise niedrige Temperatur des Erdreichs genutzt. Die Wärme aus dem Gebäude wird über einen Wärmetauscher ins Erdreich abgeführt.


Der grosse Vorteil: Der Verdichter der Wärmepumpe muss dabei nicht arbeiten. Strom wird hauptsächlich für die Umwälzpumpen benötigt. Dadurch lässt sich ein Gebäude mit vergleichsweise wenig elektrischer Energie temperieren.

Ein zusätzlicher positiver Effekt: Die im Sommer ins Erdreich abgegebene Wärme kann zur Regeneration der Erdsonde beitragen.


Kühlen über die Fussbodenheizung – geht das?

Ja. Eine bestehende Fussbodenheizung kann nicht nur Wärme abgeben, sondern auch Wärme aus den Räumen aufnehmen.

Dafür zirkuliert im Sommer kühleres Wasser durch die Leitungen im Boden. Die Raumtemperatur wird dadurch sanft abgesenkt, ohne zusätzliche Geräte an der Wand und ohne den typischen Luftzug einer Klimaanlage.


Wichtig ist allerdings: Eine gekühlte Fussbodenheizung ist keine klassische Klimaanlage. Sie sorgt in erster Linie dafür, die Raumtemperatur an heissen Tagen angenehmer zu halten. Zudem muss die Anlage so geregelt werden, dass kein Kondenswasser an Böden oder anderen Bauteilen entsteht.


Gute Kühlung beginnt beim Gebäude

Auch die beste Wärmepumpe kann eine schlechte Gebäudeplanung nicht einfach kompensieren.

Wer im Sommer angenehme Raumtemperaturen möchte, sollte deshalb das Gebäude als Ganzes betrachten.


Besonders wichtig sind:

  • eine gute Dämmung

  • wirksame Aussenbeschattung

  • möglichst wenig direkte Sonneneinstrahlung

  • richtiges Lüften, insbesondere während der kühleren Nacht- und Morgenstunden

  • eine sinnvoll geplante Wärme- und Kälteverteilung


Genau deshalb lohnt es sich, die gewünschte Kühlung bereits bei der Planung einer neuen Wärmepumpe mitzudenken. Wer heute weiss, dass er sein Gebäude künftig auch kühlen möchte, kann Wärmepumpe, Wärmeverteilung und Regelung von Anfang an darauf abstimmen.


Kältemittel bei Wärmepumpen: Warum sie immer wichtiger werden

Damit eine Wärmepumpe heizen oder aktiv kühlen kann, braucht sie ein Kältemittel. Dieses zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf und ermöglicht den Wärmetransport innerhalb der Anlage.


Dabei gibt es jedoch grosse Unterschiede. Einige synthetische Kältemittel weisen ein hohes Treibhauspotenzial – den sogenannten GWP-Wert – auf. Gelangen sie durch eine Leckage in die Atmosphäre, können sie das Klima entsprechend belasten.

Deshalb werden die gesetzlichen Anforderungen laufend verschärft.

In der Schweiz regelt die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) den Umgang mit Kältemitteln. Ab 2027 werden die Vorgaben für Anlagen mit bestimmten Kältemitteln weiter verschärft. Welche Regelungen für eine Wärmepumpe gelten, hängt unter anderem von Bauart, Leistung, Anwendung und dem verwendeten Kältemittel ab.

Für neue Anlagen gewinnen deshalb Kältemittel mit tiefem Treibhauspotenzial und natürliche Kältemittel wie beispielsweise Propan (R290) weiter an Bedeutung.


Wer heute eine Wärmepumpe plant, sollte deshalb nicht nur auf Leistung und Anschaffungskosten schauen, sondern auch darauf, welches Kältemittel eingesetzt wird und wie zukunftsfähig das System ist.


Wärmepumpe, Kühlung und Solarstrom zusammendenken

Besonders interessant wird die Kühlfunktion in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage.

Denn genau dann, wenn im Sommer der Kühlbedarf steigt, produziert die Solaranlage in der Regel viel Strom. Wird das Energiesystem intelligent geplant und gesteuert, kann ein Teil des Strombedarfs für die Wärmepumpe direkt mit Energie vom eigenen Dach gedeckt werden.

Das zeigt einmal mehr: Solaranlage, Wärmepumpe und Energiemanagement sollten nicht als einzelne Geräte betrachtet werden. Richtig aufeinander abgestimmt entsteht daraus ein Energiesystem, das das Gebäude das ganze Jahr über effizient versorgt.


Fazit: Beim Wärmepumpenkauf den Sommer gleich mitplanen

Eine Wärmepumpe ist längst nicht nur eine Heizung für den Winter. Mit der passenden Technik kann sie auch im Sommer zu einem angenehmen Raumklima beitragen, besonders effizient beispielsweise in Kombination mit einer Erdsonde und passiver Kühlung.

Entscheidend ist, die Kühlfunktion frühzeitig mitzudenken. Wärmeverteilung, Gebäudeschutz, Regelung, Energieeffizienz und das verwendete Kältemittel müssen zusammenpassen.


Du planst eine neue Wärmepumpe und möchtest wissen, welches System zu deinem Gebäude passt? Wir betrachten nicht nur die Heizung, sondern dein gesamtes Energiesystem, von der Wärmepumpe über die Solaranlage bis zur intelligenten Steuerung.



Marco Graber Projektleiter Wärmepumpen bei clevergie

Kein Callcenter.

Sondern Marco.

Projektleiter Wärme




Kommentare


bottom of page